Mountainbiken in Vorarlberg ist genauso vielfältig wie das österreichische Bundesland selbst. Auf rund 1.500 ausgeschriebenen Bike-Routen erlebt man wunderschöne Natur, beeindruckende Ausblicke und türkise Bergseen. Aufgrund der österreichischen Gesetzeslage dürfen in Vorarlberg nur ausgewiesene Bike-Routen gefahren werden, die meistens auf Forstwegen verlaufen. Im Vordergrund der hier beschriebenen Touren stehen deshalb ausnahmsweise nicht die Trailabfahrten, wie das auf meinem Blog sonst üblich ist, sondern die Landschaften und beeindruckenden Bergwelten der sechs Urlaubsregionen Vorarlbergs und wie du diese von deinem Bike aus erleben kannst. Der ein oder anderen Trail kommt aber auch vor 🙂

[Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Vorarlberg Tourismus und komoot. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.]

Entspannte E-Bike Runde im Kleinwalsertal

Los ging es für uns im Kleinwalsertal, wo wir eine kleine “Aufwärmtour” zur Bärgunt-Hütte gefahren sind. Die Tour startet in Riezlern und führt dann durch weitere idyllische Orte tiefer hinein ins Tal. Bald wechselten wir auf einen Schotterweg in den Wald, der dann bis hoch zur Bärgunt-Hütte führt. Sie ist die älteste und größte Alpe im Kleinwalsertal. Bekannt ist sie unter anderem für die selbstgemachten Suppen und Kuchen – deshalb haben wir oben direkt mal eine Suppe gegessen.

Was mir hier am besten gefallen hat: Der Übergang vom weiten und auch touristisch gut erschlossenen Haupttal hinein in den Wald und die Abgeschiedenheit der Berge. Man muss nicht weit fahren, um abseits des Trubels Ruhe zu finden und die tolle Natur genießen zu können.

Die Tour eignet sich super als entspannte E-Bike Runde, wenn man die Umgebung genießen möchte und gerne auch mal gemütlich auf Forststraßen unterwegs ist. Auch mit Hardtail oder Gavelbike sollte sie super machbar sein.

Wer sich die Straße am Anfang und Ende sparen möchte, kann auch einfach direkt am Einstieg zur Forststraße starten, dort gibt es einen großen Parkplatz. 🙂

Eine ausführliche Tourenbeschreibung sowie die GPX-Datei gibts auf meinem komoot Profil.

Durch den Bregenzerwald

Weiter ging es in den Bregenzerwald. Dort sind wir eine Tour durch die hügelige Landschaft gefahren, bei der wir an vielen einsamen Höfen vorbeigekommen sind und immer wieder tolle Blicke Richtung höherer Berge im Süden hatten.

Der östliche Teil der Route hat mit am meisten gefallen – hier ging es auf kurvigen Forstwegen durch den Wald. Bei der hinteren Leugehr Alpe haben wir dann die Subersache überquert – mit einem beindruckenden Wasserfall und tiefen Felsbecken. Nach einer Weile wurde der Wald lichter und gab den Blick frei auf grüne Bergwiesen mit grasenden Kühen.

In Schönenbach war der perfekte Ort für eine kleine Mittagspause: das Egender Jagdgasthaus mit seinen berühmten Käsknöpfle. Wobei ich mir fürs nächste Mal merke, dass ein Bauch voller Kässpätzle nicht unbedingt ideal auf einer Radtour ist. 😉

Die zweite Hälfte der Tour ging dann recht schnell, weil die Höhenmeter größtenteils schon am Anfang überwunden werden.

Die Tour eignet sich prima für E-Bikes und Hardtails, eventuell auch für Gravelbikes, je nach Übersetzung. An manchen Stellen ist es recht steil, aber im Großen und Ganzen ist die Tour einfach zu fahren und man bekommt über die gesamten 40 Kilometer eine sehr schöne Gegend des Bregenzerwalds zu sehen.

Zur Tour auf komoot: https://www.komoot.de/tour/1291192650

Sonnenuntergang mit Blick auf den Bodensee

Der dritte Stopp in Vorarlberg führte uns in die Urlaubsregion Bodensee-Vorarlberg. Die Strecke hatte es in sich – steil von Anfang an! Obwohl wir normalerweise keine Anstrengung scheuen und viel mit normalen Enduro-Bikes unterwegs sind, waren wir heute echt froh über die E-Bikes. Direkt vom Parkplatz aus ging es nämlich ziemlich zapfig steil den Berg hinauf, und das blieb etwa für die nächsten 8 Kilometer so. Und wenn ich sage steil, dann meine ich um die 20%-steil, in kurzen Abschnitten auch noch mehr.

Der erste Teil des Weges verläuft durch einen schönen Wald, in den am späten Nachmittag die Sonne hineinstrahlt. Der erste Ausblick Richtung Tal war wunderbar, auch den Bodensee haben wir in der Ferne gesehen.

Mit der Zeit wurde das Licht immer roter und die Ausblicke immer schöner. Nicht nur in die Bodensee-Ebene hinunter, sondern auch Blicke auf die höheren Berge Richtung Süden waren uns gegönnt.

Der zweite Anstieg war phasenweise noch steiler, als der erste, aber oben angekommen, hatten wir perfektes Sonnenuntergangslicht für die Abfahrt! Es war einfach traumhaft: Die Kühe auf den golden gefärbten Wiesen, der Bodensee im abendlichen Dunst, die Sonne, wie sie hinter einer Bergkette unterging und wir im kühlen Abendwind den Berg hinunter. Einfach wunderschön!

Biketipp: Mit dem E-Bike macht diese Tour vermutlich am meisten Spaß. Wer eine besondere Herausforderung sucht, kann sich den Steilabschnitten natürlich auch mit einem leichten Hardtail oder Gravelbike stellen.

Hier gibts die komplette Tour: https://www.komoot.de/tour/1293141659

Trailtour im Brandnertal

Von der Urlaubsregion Bodensee-Vorarlberg ging es dann tiefer hinein in die Alpen, genauer gesagt ins Brandnertal, wo tolle Mountainbike Singletrails und eine beeindruckende Berglandschaft auf uns warteten. Die Besonderheit im Brandnertal ist das Netz aus schmalen MTB-Trails, das vom dortigen Bikepark angelegt und gepflegt wird. Kombiniert mit der alpinen Landschaft war die Tour dort einfach großartig!

Start unserer Tour war direkt in Brand, von wo aus wir mit den E-Bikes hoch zur Bergstation der Dorfbahn gefahren sind. Dann weiter zum Start des Parfienz-Trails und des Alte Statt Trails – beide wollten wir heute fahren.

Als erstes stand der Alte Statt Trail auf dem Programm: Ein legaler Mountainbiketrail, der aber recht natürlich gehalten ist. Wurzeln und Steine, ein paar wenige Anliegerkurven und ganz viel Flow. Teile des Trails sind technisch sehr anspruchsvoll, aber diese Stellen sind alle über den Forstweg zu umfahren. Abgesehen von diesen Passagen ist der Trail für jedes Level super geeignet.

Das Licht war über die gesamte Abfahrt gigantisch! Rötlich-goldene Sonnenuntergangsfarben, herbstliche Heidelbeersträucher am Trailrand, Staub vom Trail in der Luft. Einfach perfekt!

Unten angekommen ging es wieder über einen Forstweg hoch zum Beginn des Trails, wo auch der Parfienz-Trail startet. Auch dieser Trail ist ein offizieller Mountainbike-Trail, der zum Bikepark Brandnertal gehört. Ebenfalls sehr natürlich mit Wurzeln, Steinen und kleineren Absätzen, geht dieser Trail immer wieder auch ein bisschen bergauf – perfekt für unsere E-Bikes. Wow, es hat sooo Spaß gemacht!

Unten angekommen folgte ein kurzer Transferweg über Schotter zum nächsten und letzten Trail der Tour: der Tschoy Ride Trail – ebenfalls vom Bikepark Brandnertal angelegt und gepflegt. Dieser Trail ist eher ein Flowtrail mit einer Anliegerkurve nach der nächsten. Mir persönlich ist das teilweise etwas zu viel Murmelbahn, aber gerade für Leute, die nicht so viel auf Trails unterwegs sind, ist das ein super Einstieg.

Am Ende der Tour war das Grinsen in meinem Gesicht ganz schön groß! Es hat einfach alles gestimmt: die Trails, das Licht, niemand außer uns unterwegs, die Berge im Hintergrund. An diese Tour werde ich mich noch lange erinnern!

Die Tour auf komoot: https://www.komoot.de/tour/1294568939

Panoramatour in Lech Zürs am Arlberg

Weiter in Richtung höherer Berge ging es in die Urlaubsregion Lech Zürs & Stuben am Arlberg, wo wir von Lech startend eine tolle Tour zum Spullersee unternahmen. Über landschaftlich eindrückliche Straßen und Schotterwege ging es hinauf zum türkis-blauen Stausee, der einfach grandios anzusehen ist! Die Tour umrundet den See und geht dann auf der anderen Seite über eine Schotterstraße wieder hinab ins Tal. Tolle Aussichten garantiert!

Zunächst ging es auf einer wenig befahrenen Straße das Tal entlang, bevor dann ein Abzweig Richtung Spullersee ein Nebental hinauf ging. Der Anstieg war super zu fahren und die Aussichten endlos. Ich bin aus dem Schwärmen gar nicht mehr rausgekommen. 😉

Nach gar nicht mal allzu langer Zeit kommt man dann auch schon oben am Spullersee an und wow: Was für ein Anblick! Türkises Wasser, blauer Himmel, orangene Vogelbeeren an den Bäumen, im Hintergrund die Berggipfel. Wie aus dem Bilderbuch!

Der Schotterweg geht dann einmal um den See herum und steigt auf der anderen Seite nochmal steil an. Wenn man möchte, kann man eine Pause auf der Ravensburger Hütte machen. Von dort geht es noch ein kleines Stück weiter bergauf, bis man dann auf einer Art Mini-Pass ankommt und auf der anderen Seite runterschauen kann. Ich bin immer total neugierig, was auf der anderen Seite einer Scharte oder eines Passes zu sehen ist und auch hier wurden wir nicht enttäuscht: Eine tolle Berglandschaft und die Sonne, die langsam tiefer sank und das Licht rötlich färbte. Und ein weiteres Highlight: Hier haben wir Murmeltiere pfeifen gehört und dann sogar eine ganze Gruppe gesehen!

Bergab ging es von hier aus dann über eine Schotterstraße. Und obwohl ich total Trail-verliebt bin, muss ich zugeben, dass die Abfahrt echt Spaß gemacht hat! Was gibt es Schöneres als die Kombination aus wunderschöner Landschaft, Natur, Bikes und guter Gesellschaft!? Für mich sind das die Grundzutaten für Erinnerungen, die ich noch lange mit mir tragen werde.

Tour-Daten auf komoot: https://www.komoot.de/tour/1296057501

Auf Trails um den Itonskopf im Montafon

Unsere vorerst letzte Tour in Vorarlberg ging ins Montafon – genauer gesagt um den Itonskopf herum. Zuerst mussten wir circa 1.200 Höhenmeter bergauf, zum großen Teil über eine normale Straße. Wenn man sich das sparen möchte, könnte man auch mit dem Bus oder Auto nach Bartholomäberg hoch fahren und die Tour von dort aus starten.

Auf der Straße war es an dem Nachmittag verdammt heiß und da wir nicht wussten, wie lang unsere Akkus halten würden, sind wir die ersten zwei Drittel der Tour in der niedrigsten Unterstützung gefahren. Da soll mal noch einer sagen, E-biken wäre nicht anstrengend – mir ist der Schweiß nur so runter getropft!

Nach circa 500 Höhenmetern ging es dann weg von der Straße und auf einen steilen Schotterweg. Hier braucht man richtig Bein-Power! Im Wald war es heute zum Glück etwas kühler – angenehm nach der knallenden Sonne auf dem Asphalt.

Die Aussichten wurden immer besser, je weiter wir nach oben kamen. Das weite Tal, in dem Schruns liegt, ist wirklich beeindruckend schön! Heute war es etwas diesig, deshalb kommt es auf den Fotos nicht so gut raus, aber es war wirklich toll!

Als wir am Alpengasthaus Rellseck vorbeikamen, hatten wir beide gleichzeitig den Gedanken, dass ein kaltes Getränk jetzt genau richtig wäre! Wir hatten Glück und bekamen noch etwas, obwohl die Hütte gerade schließen wollte.

Anschließend noch mal kräftig in die Pedale getreten und dann kamen wir oben am Pass an. Von dort ging es bei tollen Ausblicken in Serpentinen den Berg runter. Und dann kam unser persönliches Highlight: der offizielle Singletrail dieser Tour!

Der Trail ist kein reiner bergab-Trail, sondern geht im ersten Teil eher noch ein bisschen bergauf. Wir fanden ihn größtenteils gut zu fahren, außer ein paar wenige verblockte, felsige Stellen, die zusätzlich auch noch nass und dadurch rutschig waren. Hier haben wir kurz geschoben. Man muss dazu sagen, dass wir beide recht erfahrene Mountainbiker sind – ich habe von anderen Leuten gelesen, die große Schwierigkeiten auf diesem Trail hatten und ihn fast komplett schieben mussten. Also: eine gewisse Sicherheit und Erfahrung auf dem Bike sollte man haben, damit man auf diesem Weg Spaß hat.

Der Trail geht einmal um den Itonskopf herum und schlängelt sich dann irgendwann auch bergab. Das hat richtig viel Spaß gemacht! Nach circa 3 Kilometern landeten wir wieder auf einem Schotterweg, der dann von der Straße abgelöst wird und schnurstracks runter in die Zivilisation führt. Ganz am Ende wartet nochmal ein kurzer Trail über eine Wiese, sozusagen das Schmankerl zum Schluss. Schön wars!

Auch diese Tour gibts natürlich zum Nachfahren auf komoot: https://www.komoot.de/tour/1299625976

Fazit zum Mountainbiken in Vorarlberg

Wer ausschließlich auf der Suche nach Singletrails ist, für den gibt es sicher bessere Orte. Zwar gibt es einige Spots wie das Brandnertal oder auch den Itonskopf, wo es offizielle Trails gibt, größtenteils ist man aber auf geschotterten oder asphaltierten Forststraßen unterwegs. Dass das nicht gleich schlecht sein muss, habe ich während meiner Woche in Vorarlberg gelernt! Mal nicht die volle Konzentration auf dem Trail haben zu müssen, lässt mehr Zeit, die Umgebung zu bewundern und so richtig in die tolle Bergwelt einzutauchen, die Vorarlberg zu bieten hat. Mir hat es super gut gefallen!

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